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Back to the roots – Jivamukti Yoga in New York City

28. Juni 2015

Zweimal hatte ich mir schon vorgenommen, das Jivamukti in New York zu besuchen, zweimal hat mich mein innerer Schweinehund und mein ängstlicher Respekt vor den Open Stunden davon abgehalten. Heute nicht! Ich bin gestern extra direkt nach der Ankunft im Hotel schlafen gegangen, damit ich heute früh fit sein würde. Der Plan ging auf. Um 6:20 Uhr wache ich auf – perfekt. Schnell noch ein Kaffee auf dem Zimmer und auf geht’s!

Sonntag Morgen in New York City

Es ist wirklich früh, als ich an der U-Bahn stehe, die mich nach Manhattan bringen soll. Und ich stelle fest: auch diese Stadt schläft mal. Alles ist angenehm leer und ruhig. Das Wetter ist überhaupt nicht gut – noch ein guter Grund, zum Yoga zu gehen. In der U-Bahn komme ich, angesichts meiner Yogamatte, die ich über der Schulter trage, mit einem Mann ins Gespräch, der ebenfalls im Jivamukti übt. Manchmal wundere ich mich wirklich, wie klein die Welt doch ist! Wir unterhalten uns nett über Yoga und Kunst und mir fällt auf, wie offen ich mittlerweile geworden bin. Vor ein paar Jahren hätte ich wahrscheinlich nicht mit diesem Mann gesprochen – aus Misstrauen und Angst. Auch diese persönliche Veränderung hat viel mit meiner Yogapraxis zu tun.

Das Jivjivamukti-new-yorkamukti

Das Studio liegt sehr zentral direkt am Broadway auf Höhe des Union Square. Voller Vorfreude betrete ich die Räume, schließlich ist das der Ort, an dem Dr. Patrick Broome, der das Jivamukti nach Deutschland brachte, Yogalehrer geworden ist und bei dem nun auch ich bald meine Ausbildung machen werde. Der Empfangsbereich ist warm und freundlich – ideal für diesen grauen, kalten Tag! Die Anmeldung ist einfach und unkompliziert. Eine Mitarbeiterin zeigt mir das Studio und den Yogaraum. Matten stehen kostenfrei zur Verfügung. Ein nettes Detail: vor dem Yogaraum hängen Bilder der Teacher Training Abschlussklassen. Unter den deutschen Absolventen entdecke ich ein paar bekannte Gesichter.

Jivamukti Open

Ich bin zur ersten Stunde des Tages da, einer Open Stunde bei Karina. Sie beginnt mit einem Mantra. Dazu bekommen wir alle ein Chanting Book, damit wir auch mitsingen können. Das finde ich eigentlich sehr aufmerksam, trotzdem fühle ich mich beim Mantra-Singen nicht sehr wohl. Das liegt zum einen daran, dass ich in einer fremden Sprache Laute nachsinge, die ich nicht verstehe und dementsprechend auch nicht fühle. Zum anderen erinnert es mich zu sehr an die Kirche. Während der ersten nach unten schauenden Hunde bekommen wir eine kühlende, nach Eukalyptus riechende Salbe in den Nacken- und Schulterbereich massiert, die die ganze Stunde über wirkt und die Aufmerksamkeit immer wieder auf diesen Bereich lenkt. Das ist toll, denn diese Körperzonen sind gerade unter Yogis anfällig für Verspannungen und Überbeanspruchung, aber auch viel sitzende Menschen haben hier häufig Probleme.

Viele Elemente der Stunde kenne ich bereits aus den Jivamukti-Stunden in München: die Ashtanga- und Jivamukti-Sonnengrüße, die Kriegerreise, die abschließende Sequenz mit Schulterstand, Fisch und Shavasana. Dazwischen ein Teil mit Asanas, die ich noch nie zuvor gemacht habe: Baddha Parsvakonasana (gebundener Seitwinkel), Parivritta Hasta Padangusthasana (gedrehte Hand-Fuß-Haltung) und Eka Pada Koundinyasana II (dem Weisen Koundinya gewidmete Haltung). Dieser Teil macht mir besonders viel Spaß, denn mein Horizont wird erweitert und mein Spieltrieb geweckt. Manche Haltungen klappen sogar, andere nicht. Aber da kann ich heute drüber hinwegsehen. Langsam merke ich aber doch, dass es eine Stunde für Fortgeschritte ist. Bei den Umkehrhaltungen verlassen mich meine Kräfte und ich muss aussetzen.

In Shavasana schließlich kann ich mich nicht ganz so tief fallen lassen, wie ich es eigentlich möchte, denn aus dem Nachbarraum verfolge ich durch die hellhörigen Wände den Anfang der nächsten Stunde. Das gleiche gilt für die abschließende Meditation – schade, denn eigentlich ist die Meditation als Abschluss eine schöne Idee. Um es in Karinas Worten wiederzugeben:

„Das Üben von Asanas dient dazu, den Körper zu dehnen und zu stärken, um Raum zu schaffen in den Gelenken und Muskeln. Die Meditation ist dazu da, den Geist zu beruhigen und dort Raum zuschaffen.“

Diesen Raum im Geist hätte ich auch gerne noch bekommen. Aber nicht so schlimm, es ist trotzdem eine tolle Stunde gewesen und ich gehe glücklich und entspannt aus dem Raum – und auch ein bisschen stolz über den Fortschritt, den ich im letzten Jahr in den Asanas gemacht habe.

Der perfekte Start in den Tag

Nach der Stunde stöbere ich noch ein wenig im Jivamukti Shop und nehme gleich noch das aktuelle Yoga Journal mit. Das vegane Jivamukti Café habe ich dieses mal ausgelassen, aber ich komme ja wieder! Ich trete raus in den Regen, der mich kein bisschen mehr stört und gönne mir ein wohlverdientes Frühstück in dem Nahe gelegenen Szenecafé The Grey Dog’s. Besser, als mit dieser Yogastunde und dem anschließenden ausgiebigen Frühstück, hätte der Tag nicht starten können. Ich fühle mich fit und für den Rückflug gewappnet!

Sharon Gannon und David Life live erleben

Übrigens, wenn du auch mal in New York sein solltest und die Jivamukti-Gründer Sharon Gannon oder David Life einmal live erleben möchtest: jeden ersten Sonntag im Monat findet am Nachmittag eine zweistündige Einheit mit einem von beiden persönlich statt. Das lohnt sich garantiert!

 

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