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Yoga Philosophie mit R. Sriram – Tod und Schlaf im Yoga

13. September 2015

Yoga besteht nicht nur aus den körperlichen Übungen, die viele unmittelbar mit Yoga verbinden, sondern stellt vor allem eine umfassende Philosophie dar. Da ich selbst noch wenig mit der Yoga Philosophie vertraut bin, habe ich heute das Seminar „Der Schlaf, der Tod und das Selbst in der Yogaphilosophie“ mit R. Sriram im Münchner Jivamukti besucht.

R. Sriram

Offen gesagt habe ich das Seminar weniger wegen des Themas, sondern vorrangig wegen des Dozenten ausgesucht. R. Sriram hat mich bereits mit seinem klaren und verständlichen Kommentar zu Patanjalis Yogasutra und seinem aufschlussreichen Vortrag über die Bhagavad Gita im Juni beeindruckt. Er stammt aus Chennai, war langjähriger Schüler des Yogis Sri T. K. V. Desikachar, genoss Stunden bei Sri T. Krishnamacharya und lebt seit 1987 auch in Deutschland. Seine Herkunft und Ausbildung lassen ihn wie kaum jemand anderen die Yoga Philosophie verstehen und in die deutsche Sprache und unser westliches Weltverständnis übertragen.

Keine Angst vor dem Tod

Mit ruhiger, klarer Stimme erklärt uns Sriram an Hand von Geschichten und Textstellen aus den indischen Schriften die zwei Gesichter des Todes. Im Hinduismus symbolisiert der Gott Yama nämlich sowohl den Tod als auch das Dharma (Lebensaufgabe, Schicksal). Srirams Kernbotschaft an uns lautet, dass wir unser Leben nicht damit verbringen sollen, Angst vor dem Tod zu haben. Statt all unsere Handlungen von dieser Angst steuern zu lassen, sollen wir unser Leben frei und erfüllt leben. Indem wir unserer inneren Stimme folgen, erfüllen wir unser Dharma, die Aufgaben, die uns unser Schicksal überträgt. Dadurch wird unser Bewusstsein ruhig und ausgeglichen, was uns im Moment des Todes, bezwiehungsweise nach hinduistischem Glauben im Übergang in unser nächstes Leben, begleitet.

Schlaf – der kleine Bruder des Todes

Der Schlaf setzt sich zusammen aus der Traumphase, in der wir zum Beobachter unserer Träume werden, und dem Tiefschlaf, in dem wir als Beobachter immer noch da sind, aber das zu Beobachtende wegfällt. Die Meditation zielt darauf ab, genau diesen Zustand des Tiefschlafs zu erreichen, ohne dabei zu schlafen. Denn in ihm steht die Zeit für einen Moment still, die Grenzen zwischen uns und der Umwelt verschwinden. Kannst du dich in diesen Zustand hineinfallen lassen und dein Ich zurück stellen, überwindest du auch die Angst vor dem Tod, die ja nichts anderes ist, als die Angst davor, dass dein Ich verschwindet. Du gewinnst an Gelassenheit, die dich auch im Moment deines Todes begleiten wird.

Bereicherndes, kurzweiliges Seminar

Sriram sagte zu Beginn des Seminars, dass er zu diesem Thema noch keinen Vortrag gehalten hätte. Umso beeindruckender ist, dass er komplett frei und strukturiert spricht und Originaltexte rezitiert. Dabei ist das Seminar keineswegs trocken, sondern sehr lebendig, da Sriram an verschiedenen Stellen kleine Übungen einbindet und die Gelegenheit zu Rückfragen und zum Dialog bietet.

Auch wenn ich mich mit der Marterie des Todes und Schlafs im Yoga noch nicht beschäftigt habe und mich anfangs auch nicht wirklich davon angesprochen fühlte, konnte ich Srirams Ausführungen gut folgen und war wenige Minuten nach Beginn des Seminars vom Thema gefesselt. Mir wurden einige Konzepte, die mir bereits im Yogasutra und in der Bhagavad Gita begegnet sind, dank Srirams verständlicher Art viel klarer und ich fühlte mich am Ende sehr bereichert.

Darum kann ich dir nur empfehlen, bei der nächsten Gelegenheit ein Seminar von Sriram zu besuchen. Es macht Spaß ihm zuzuhören und du lernst in jedem Fall etwas dazu!

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