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El perro mirando hacia abajo – ich verstehe nur spanisch!

16. Juni 2015

Bei meinem Aufenthalt in Mexico City hatte ich zwischen den Ausflügen und dem abendlichen Essen gehen noch ein paar Stündchen Zeit, sodass ich meinen neuen Vorsatz, Yoga mehr in den Alltag zu integrieren, gleich mal in die Tat umsetzte. Ich fand ein Yogastudio nur fünf Minuten vom Hotel entfernt, also schnappte ich mir meine neu erworbene Reise-Yogamatte und stolzierte los!

Das Studio

Der Eingang zum Studio von Anjali Yoga ist recht klein und daher leicht zu übersehen. Wenn man aber weiß, dass dort ein Yogastudio sein soll, findet man es auch. Durch eine enge Wendeltreppe geht es, vorbei an den Umkleiden und Toiletten, hoch in den schönen, Geborgenheit ausstrahlenden Yogaraum im zweiten Stock. Das Studio bietet verschiedene Yogastile an – Hatha, Vinyasa, Kundalini, restauratives und Air Yoga – und stellt dafür die jeweils benötigten Hilfsmittel (Blöcke, Tücher, Gurte) zur Verfügung. Auch Matten liegen bereit – ideal für Reisende, die keine Yogamatte im Gepäck haben!

Yoga auf Spanisch

Ich besuchte die Power Vinyasa Stunde bei Vero. Auch wenn die Website des Studios bereits auf Spanisch ist, hatte ich mir nicht so richtig Gedanken darüber gemacht, dass die Stunde ebenfalls auf Spanisch sein könnte. Irgendwie bin ich davon ausgegangen, dass wir uns auf Englisch verständigen könnten. Diese Illusion wurde mir bereits am Empfang genommen, sodass ich anfing, meine winzigen Spanischfetzen herauszukramen, die ich mir in einem ziemlich erfolglosen Versuch, diese Sprache zu lernen, angeeignet hatte. Irgendwie habe ich es bis in den Yogaraum geschafft. Das konnte ja heiter werden! Ich verdrückte mich in die hinterste Ecke, damit es nicht so auffallen würde, wenn ich nichts verstehe.

Die Stunde begann mit einem gemeinsamen Om und ein paar ersten, aufwärmenden Bewegungen. Aus den Wortfetzen, die ich verstand, meinem mittlerweile vorhanden Gefühl für Bewegungsabläufe und dem, was die Übenden vor mir taten, reimte ich mir alles so gut wie möglich zusammen. Mit der Zeit erweiterte sich mein Vokabular ein wenig und ich kam tatsächlich in einen Flow. Was für ein tolles Gefühl! Die Stunde lag zwar leicht über meinem körperlichen Niveau, hat aber Spaß gemacht. Ehe ich mich versah, lag ich bereits in Shavasana und bemerkte, dass es draußen bereits dunkel geworden war. Da das Licht im Raum ausgeschaltet blieb, vertiefte sich das Gefühl der Entspannung und Geborgenheit. Zufrieden und ausgeglichen packte ich nach dem abschließenden Om meine Matte wieder ein und schlenderte zurück zum Hotel!

Yoga statt Worte

In dieser spanischen Yogastunde habe ich deutlicher denn je gespürt, wie sehr Yoga entspannt und verbindet! Und ich habe gelernt, dass das auf einer tieferen Ebene stattfindet, als in unserem von Sprache geprägter Verstand. Denn obwohl ich sehr wenig verstanden habe, kam ich in den Vinyasa Flow und spürte die Ausgeglichenheit und Entspannung in Shavasana. Ich fühlte mich mit den anderen im Raum, die mir eigentlich alle fremd waren und mit denen ich über Worte kaum kommunizieren konnte, tief verbunden. Es ist beeindruckend, dass Yoga Barrieren in diesem Ausmaß überwinden kann und ich bin froh, diese Erfahrung gemacht zu haben.

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